Robin ATL – Franz. Flugzeug für die Pilotenausbildung

Als Mitte der 80er Jahre die amerikanische Produktion von Kleinflugzeugen mehr oder minder eingestellt wurde, machte man sich in Frankreich sorgen, mit was für Maschinen man in Zukunft Piloten das Fliegen beibringen sollte. Deswegen beschloss man, für die Pilotenausbildung einen einfachen modernen Zweisitzer zu entwickeln, der sich durch stabile Flugeigenschaften und geringe Betriebskosten auszeichnen sollte.

Ergebnis ist die selbst nach heutigen Maßstäben futuristisch anmutende zweisitzige Robin ATL mit ihrem charakteristischen V-Leitwerk. Während die Kabine aus glasfaserverstärktem Kunststoff besteht, griff man für die Tragflächen auf das bei Robin bewährte Material ‚Holz’ zurück.

Als Antrieb war ursprünglich war ein neuentwickelter 3-Zylinder Zweitaktmotor geplant. Weil man dabei Probleme mit Vibrationen nicht in den Griff bekam, kam in der Serie ein 4-Zylinder Boxermotor von JPX mit einfacher Magnetzündung zum Einsatz. Dieses Aggregat war quasi eine aufgebohrte und angepasste Version des Motors vom VW Käfer. Dieser leistete am Anfang 60PS, in einer späteren Variante von Limbach mit Doppelzündung 75PS.

Man mag es kaum glauben, aber diese relativ bescheidene Leistung reichte aus, um die leichte Robin auf bis zu 100 Knoten zu beschleunigen – wobei die übliche Reisegeschwindigkeit mit 150 km/h deutlich geringer ist. Wer über diese eher bescheidene Leistung die Nase rümpft, darf nicht vergessen, dass der Verbrauch bei nur 12l pro Stunde liegt – gut die Hälfte dessen, was sich eine vergleichbare Cessna 152 genehmigt. Nutzt man die durchaus vorhandenen Talente zum Segelflug, lässt sich die Robin ATL noch sparsamer bewegen. Ein weiterer Vorteil ist die großzügig verglaste Kabine, die den Insassen einen grandiosen Blick auf die Landschaft beschert, die man sonst höchstens aus einem Hubschrauber kennt.

In gewisser Weise war die ATL eine Vorgängerin moderner Ultraleichtflugzeuge und ihrer Zeit gut 10 Jahre voraus. Sie ist ein hervorragendes Flugzeug für die Schulung, zum preiswert Stunden „schrubben“ und zum Luftwandern in geringer Höhe, wie es einst unsere Großväter mit der Piper Cub zu tun pflegten. Das größte Manko für den Eigner ist wohl der mit 10kg geradezu lächerlich klein anmutende Gepäckraum.

Probleme mit dem JPX Motor sorgten dafür, dass 1991 die Produktion der Robin ATL nach nur 132 Exemplare eingestellt wurde.

Robin ATL Datenblatt

Abmessungen Spannweite Länge Höhe Kabinenbreite
10,25 m 6,72 m 2,00 m – m
Hersteller Robin New Aircraft. (FR), robin-aircraft.com
Varianten Robin ATL Club
Baujahr 1985-1991
Stückzahl 132
Motor JPX / Limbach auf VW-Basis
Leistung 60-70 PS
V(stall) 41 KTAS
V(50{5eb68abc682c3695e5075ae6818d61a223ac726b528b58b95f9748f29945bea8}) 76 KTAS (142 km/h)
V (100{5eb68abc682c3695e5075ae6818d61a223ac726b528b58b95f9748f29945bea8}) 100 KTAS (185 km/h)
Startrollstrecke
Steigleistung 2,8 m/s
Dienstgipfelhöhe 13.000 ft
Verbrauch 2.6 gph
Reichweite 790 km
Leergewicht 360 kg
Zuladung 220 kg
Preis (gebraucht) Ab 13.000€

Mehr über die Robin ATL: https://en.wikipedia.org/wiki/Robin_ATL

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11 Gedanken zu „Robin ATL – Franz. Flugzeug für die Pilotenausbildung“

    • Keine Probleme bekannt, auch nicht aus der alten Doku meines Fliegers. Der JPX hat einen Ölkühler, die Öltemperatur ist viel konstanter als beim Limbach, sagt mein Fkuglehrer der neulich mit meiner ATL geflogen ist und auch ein Muster mit Limbach kennt.

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